Pinterest: Viele Chancen – einige ungelöste Probleme

16. März 2015
gschtochabock

Als gerade einmal nebensächlich Fashion-interessierter Mann aus Österreich sollte Pinterest für mich – zumindest wenn man Statistiken Glauben schenken mag – überhaupt keine Rolle spielen. Noch. Aktuell ist die virtuelle Bilder-Pinnwand hierzulande überwiegend Tummelplatz für Internet- und Social-Media-Geeks, Agenturen – und ein paar Mode-, Reisen- und Architektur-Interessierten (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Ein Massenphänomen ist Pinterest in Österreich oder gar Vorarlberg im Jahre 2013 aber sicherlich noch nicht. Entsprechend lassen sich jene Vorarlberger Unternehmen, die auf dem aufstrebenden sozialen Netzwerk aktiv sind, an einer Hand abzählen. Und das hat durchaus Gründe: Der Aufwand – sofern der US-Markt nicht große Bedeutung in der strategischen Ausrichtung genießt – macht aktuell nur in bestimmten Fällen wirklich Sinn. Aber soviel sei bereits jetzt erwähnt: Das wird sich ändern.

pinterest_infografikWarum? Pinterest hat einen fulminanten Start hingelegt, war erfolgreicher als Facebook und Twitter zu Anfangszeiten. Das Netzwerk ist laut alexa.com die am 28. stärkst frequentierte Homepage der Welt, in den USA belegt Pinterest gar Platz 13 – und auch in Österreich ist die Online-Plattform innerhalb kürzester Zeit auf Rang 48 vorgerückt. Laut Wikipedia verursacht Pinterest mittlerweile ähnlich viel Datenverkehr wie Facebook und Twitter. Inoffiziellen Zahlen zufolge hat die Online-Plattform weltweit mittlerweile mehr als 70 Millionen Nutzer – 71 Prozent davon aus den USA. In Deutschland zählt das Netzwerk, das erst 2010 als Beta online gegangen ist, rund 400.000 Fans. Der Trend zeigt steil nach oben.

Die Faszination von Pinterest ist schnell erklärt – und beruht schlicht auf der Aussagekraft und Bedeutung von Bildern. Dieser Umstand hat bereits Instagram zu ungeahnten Höhenflügen verholfen – und erreicht mit der virtuellen Pinnwand nun eine neue Qualität. Kommunikationsbarrieren wie Sprache werden vollständig abgerissen, was zählt ist der Eindruck. Und ebendieser hat bei Pinterest eine stark inspirierende Funktion. Du bist auf der Suche nach neuen Einrichtungsideen für das Wohnzimmer? Den nächsten Urlaub? Oder vielleicht Schuhen? Pinterest zeigt dir auf diese Fragen nicht nur eine, sondern tausende Optionen. Das macht die Selektion nicht einfacher, eröffnet aber neue Möglichkeiten. Insbesondere natürlich für Unternehmen. Vor allem dann, wenn der Fokus auf Themen wie Mode, Reisen & Tourismus, Architektur und Interior, DIY, Food und ähnlichen, mit Bildern gut zu vermittelnden Inhalten, liegt. Warum?

a) Auf kaum einer anderen Social-Media-Plattform kann der Traffic so gut auf die eigene Webpräsenz weitergeleitet werden
b) Lust auf virales Marketing? Pinterest it is.

Zoom Creates liefert mit dieser Infografik einen schönen Überblick, für welche Unternehmen sich das Engagement auf jeden Fall lohnen kann.

Ungeklärte Urheberrechtsfragen
Längst sind bei Pinterest aber nicht alle Fragen geklärt. Allen voran: Urheberrechtsprobleme. Das soziale Netzwerk lebt und fällt mit dem Engagement der Nutzer, eigene Bilder an die virtuellen Pinnwände zu heften – oder eben Bilder von Dritten weiterzupinnen. Dass es dabei in vielen Fällen zu massiven Urheberrechtsverletzungen kommt, scheint auf Pinterest aktuell nur Wenige zu interessieren. Das US-Netzwerk selbst stellt zwar ein Formular zur Verfügung, im Zuge dessen Urheberrechtsverletzungen gemeldet werden können: Die User selbst seien dafür aber verantwortlich, heißt es lapidar. Pinterest stiehlt sich damit ziemlich leicht aus der Verantwortung. Und zweifelsohne: Urheberrechtsverletzungen sind auch auf anderen sozialen Netzwerken Thema. Selten werden sie aber so ungezwungen bzw. fast schon strukturiert begangen wie bei Pinterest. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Scharen von Anwälten in Europa eben Umstand für ihre Zwecke nutzen – und tausende, standardisierte Abmahnschreiben verfassen. Warum in Europa? Das Urheberrecht in den USA scheint mit der Vorgehensweise auf Pinterest kein Problem zu haben.

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